Sonntag, 28. Mai 2017

Rezension: "Snuff Haus" von Edward Lee

Bücher, die zu hart für die breite Masse sind verspricht die Reihe "Festa extrem".
"Das Schwein" von Edward Lee ist der beispielhafte Titel, mit dem die Buchreihe, die ohne ISBN erscheint und nur über den Verlag bestellbar ist, beworben wird.
Mit "Snuff Haus" schließt Lee lose daran an, doch lässt sich der Roman auch völlig selbständig lesen.

30 Jahre nach den Ereignissen, die im "Schwein" beschrieben werden, soll ein junger Journalist für ein mittelmäßiges Revolverblatt einen Artikel über das Snuffhaus schreiben, doch es scheint, als ob die Geister der Opfer und Täter immer noch in den alten Mauern gefangen wären und die Geschehnisse scheinen sich zu wiederholen.

Leider wird dieses Buch den vorab versprochenen Ansprüchen in keinster Weise gerecht. "Snuff Haus" ist ein typischer Spukhausroman, der gegen Ende mit ein paar drastischen Ekelszenen zu schockieren versucht. Dabei fehlt Edward Lee jedoch einerseits die Eloquenz eines Clive Barker oder eines Joe R. Lansdale, die auch extreme Grausamkeiten sprachlich elegant zu beschreiben wissen, andererseits aber auch die brutal-direkte Weise eines Marc Gore, die die Unmenschlichkeiten auf seine Leser einprügelt.
Der Roman Lees mag geeignet sein, die Ekelgrenzen des Einen oder Anderen auszutesten, doch die Fäkal- und Tötungswiderlichkeiten dieses Buches finden sich zu oft auf ähnliche Weise beschrieben in diversen Internetforen, um wirklich noch jemanden überraschen oder schockieren zu können.

Sonntag, 7. Mai 2017

Mail an Volker Beck

Da heute wieder einmal ein Artikel öffentlich geteilt wurde, der sehr hitzige Diskussionen auslöste, nahm ich das als Anlass, mal wieder eine Mail zu versenden. Zwar erwarte ich nicht, darauf eine Antwort zu bekommen und bin mir nicht mal sicher, ob sie gelesen wird, aber das ist nun einmal ein Mittel, das uns zur Verfügung steht und auch genutzt werden sollte. Das bringt zumindest mehr, als sich seinem Hass in der Kommentarfunktion der sozialen Medien Luft zu verschaffen. Hier mal die Nachricht zum Mitlesen:


Geehrter Herr Beck

Dieser ist laut Angaben bereits von 2015, wurde aber erst heute wieder in den sozialen Medien geteilt und löste ziemlichen Unmut aus. Deswegen möchte ich auch nach über einem Jahr noch einmal auf die darin getätigten Aussagen eingehen.

Erstens:
Das Tragen von Kopftüchern entspricht dem Persönlichkeitsrecht, über das jeder selbst bestimmen sollte. Solange also niemand gegen seinen Willen gezwungen wird, kann dagegen nichts einzuwenden sein. Falsch ist jedoch, dies in einem religiösem Zusammenhang zu sehen bzw. da die Anerkennung des Respekts gegenüber der „Vorstellungen von Minderheitsreligionen“ zu fordern, da es keine Religion gibt, die dies verlangt. Es handelt sich lediglich um eine Tradition, die von fundamentalistischen Predigern als Religion propagiert wird. Ein Standpunkt, der auch im muslimischen Teil der Welt sehr kritisch gesehen und nicht uneingeschränkt geteilt wird.

Zum zweiten und sehr viel schwerwiegenderem Punkt, dem geforderten Anerkennen des Schächtens von Tieren, ist folgendes zu sagen:Die Gesetze und vor allem der Tierschutz stehen über dem Recht auf freie Ausübung der Religion. Gerade in einem Land, das sehr streng auf die Trennung von Staat und Religion (welcher Religion auch immer) achtet, sollte das Vorrang haben.
Es gibt auch jüdische und muslimische Tierschützer, die das Schächten ablehnen, hier also Akzeptanz zu fordern zeugt von politischem, gesellschaftlichem und moralischem Unverständnis.
Gerade als Mitglied einer Partei, für die es zu ihrer Gründungszeit als selbstauferlegte Aufgabe galt, sich für den Umwelt- und Tierschutz einzusetzen sind solche Forderungen untragbar.

Mit solchen Forderungen fördern Sie auf unverantwortliche Weise den Rassismus in diesem Land und haben gewalttätige Übergriffe auf Flüchtlinge und Migranten mit zu verantworten.

Hochachtungsvoll...

Wer sich selbst an die Quelle wenden will, statt nur zu toben, die Mailadresse lautet: 

volker.beck@bundestag.de 

Dienstag, 4. April 2017

Rezension: "Drachenauge"

Nach der "Zauberprüfung" wählte ich eine Sammlung von Kurzgeschichten um die Drachenlanze. In dem Glauben, es wäre ebenfalls relativ unabhängig von den Romanen.
Ein Irrtum.
Zwar lassen sich die Geschichten eigenständig lesen, doch einige erfodern doch gewisse Vorkenntnisse über die Ereignisse aus der Buchserie.

Trotz vieler märchenhafter Fantasyelemente vermögen einige Geschichten, den Schrecken eines apokalyptischen Vernichtungskrieges herauf zu beschwören. Gerade in einer Zeit, in der überall auf der Welt die Waffen klirren und die Diplomatie im Ton rauher wird, sollte man wirklich so etwas lesen und ernsthaft darüber reflektieren.

Doch auch für Humor ist Platz in der Anthologie.
Wie zum Beispiel verhört man jemanden, der zu dumm ist, die Frage zu verstehen? Wie zwingt man einen Dieb, ein held zu werden?

Fans der Comic- bzw Fernsehserie "Heavy Metal" kommen in das Vergnügen eines Crossovers, als ein grünes Juwel auf Krynn landet und den Gnomen in die Hände fällt.

In einer Parallelweltgeschichte erleben wir ein Krynn, auf dem ein wahnsinniger Gott die alten Götter unterdrückt und sich allein anbeten lässt (kommt mir irgendwie bekannt vor)

15 Geschichten, die einen abwechselnd zum Lachen und Weinen bringen, vereint dieses Buch.

Wer die Bücher um die Drachenlanze liebt oder wer einfach nur gute Fantasy möchte, also keine langen Zyklen lesen will, sollte bei diesem Buch unbedingt zuschlagen.
Wer aber die Reihe noch lesen will, sollte dieses kleine literarische Juwel auf der Warteliste nach hinten schieben, um sich nicht zu viel vorab verraten zu lassen.

Samstag, 1. April 2017

Comicrezension "Auf den Spuren H.P. Lovecrafts" Band 2

"Im Knusperhäuschen"
"Die perfekte Musik"

Wie schon im ersten Teil beinhaltet auch dieses Heft wieder zwei schwarz-weiß-Comics aus dem grausamen Kosmos Cthulhus.

In "Die perfekte Musik" begibt sich eine Journalistin auf die Suche nach einem geheimnisvollem Musiker. Dabei wird sie von riesigen Schnecken gejagt. Und es wartet noch viel Schrecklicheres....

In der zweiten Geschichte zieht eine Familie in ein Holzhaus, das abgelegen im Wald steht. Die Kinder nennen es nur das "Knusperhäuschen", weil es auf sie wie ein Hexenhaus wirkt. Und tatsächlich scheint im Keller etwas Unheimliches vorzugehen...

Wieder sind es die Bilder, die bereits Angst und Beklemmung auslösen, bevor überhaupt etwas geschehen ist. Genau so sollte ein Cthulhu-Comic sein und man kann nur hoffen, daß die Reihe weitergehen wird.
Die Episoden beruhen diesmal auf Geschichten aus der Anthologie "Die Klabauterkatze" ebenfalls im Verlag Torsten Low erschienen.

Hier geht es zur Rezension des ersten Teils

Freitag, 31. März 2017

Comicrezension "Auf den Spuren H.P. Lovecrafts"

"Die Schokolade des Herrn Bost"
"Der Fluch des Zulu"

Hier handelt es sich nicht um ein Comicheft, bei dem die Bilder einfach auf die Seiten gedruckt wurden. Vielmehr treten sie aus dem schattenhaftem Hintergrund heraus und bleiben oft genug selbst nur schemenartig und angedeutet. So erzeugt jede der Tuschezeichnungen für sich schon die düster-beklemmende Stimmung, die eine cthulhuide Geschichte ausmachen.

In der ersten Geschichte versucht ein Reporter, hinter das Geheimnis eines Schokoladenherstellers zu kommen und erkennt dabei, daß das Grauen sehr oft in den einfachsten und alltäglichsten Dingen steckt.

Die zweite Geschichte erinnert an die klassischen Erzählungen, als Horror noch "Gothic Novel" hieß.
Ein junger Mann erfährt, daß sein Großvater ein Mörder war. Doch was, wenn das Opfer selbst sogar noch böser war? Und wie stellt er sich nun dem Fluch des Fetisch-Stabes?

Bei den Episoden aus dem Heft handelt es sich um die Comicumsetzung zweier Kurzgeschichten aus der Anthologie "Metamorphosen" aus dem gleichen Verlag.

 Erschienen im Verlag Torsten Low

Hier geht es zur Rezension des zweiten Teils