Freitag, 13. Januar 2017

Der Umgang mit der Afd in einer Demokratie

Immer wieder liest man, daß Mitgliedern der AfD der Zugang zu Restaurants oder Veranstaltungen verboten wird oder sie Nachteile in ihrem Berufsleben bekommen, teilweise bis zur Kündigung. Der letzte Fall, der mir aktuell durch die Presse bekannt wurde, ist eine Frau, die wegen ihrer Mitgliedschaft von einem Trachtenverein in Bayern abgelehnt wurde.

Ich selbst bin überzeugtes Mitglied der Linken und habe über die AfD auch meine Meinung, aber darum soll es hier nicht gehen. Denn meine Überzeugung bestimmt nicht die Politik in Deutschland.

Die AfD ist eine zugelassene und legitime Partei, ob das jedem gefällt oder nicht. Wo kommen wir hin, wenn jetzt wieder Menschen wegen ihrer politischen Ansichten diskriminiert und zurück gestellt werden?
Wo werden denn die Grenzen gezogen, wenn wir so anfangen?
Werde ich demnächst als Linker vor den gleichen Anfeindungen stehen, weil ich für etwas anderes als die allgemeine Tagespolitik stehe?

In einer Demokratie müssen wir auch mit der AfD zurecht kommen, egal wie wir ihr und ihren Ansichten gegenüber stehen. Und das mit demokratischen Mitteln.

Ich werde niemanden bitten, sich mit der AfD zu identifizieren, denn das würde ja meiner eigenen Überzeugung widersprechen.
Aber um etwas Vernunft und Zurückhaltung möchte ich dennoch bitten.

Mittwoch, 11. Januar 2017

Rezension: "Lustvolle Ergebung" von Lilly Grünberg

Ich muß gestehen, daß dieser Roman für mich etwas schwierig zu besprechen ist.
Warum?
Für mich darf erotische Literatur etwas deftiger zu lesen sein, gern auch mit Szenen der härteren Gangart. Deswegen gehöre ich wohl weniger zu dem Zielpublikum der Romanreihe "Shadows of Love".
Ungerecht wäre es jedoch, ihn jetzt deswegen negativ zu rezensieren.


Als Mitarbeiterin einer Marketingagentur soll Romy eine Werbestrategie für ein Hotel entwerfen und umsetzen. Doch der Auftraggeber Niklas bringt ihre Gefühlswelt völlig durcheinander.


Ob es wirklich ein reiner Erotikroman ist, darüber kann man gern diskutieren. Ich persönlich würde ihn eher als Liebesroman mit erotischen Szenen bezeichnen. Und als solcher ist er durchaus schön zu lesen.

Lilly Grünberg zeichnet ein sehr einfühlsames Bild ihrer Protagonistin und manche Leserin mag sich gut in sie hinein versetzen.
Auch die Erotikszenen sind gefühlvoll, prickelnd und anregend geschrieben. Angenehm finde ich ihre klaren Beschreibungen der Situationen, ohne peinliche Verniedlichungen oder Metaphern.

Für meinen persönlichen Geschmack dürfte es gern etwas mehr Pfeffer sein, doch wer die leiseren Töne und die sanftere Erotik schätzt, dürfte an diesem Roman seine Freude haben.

Samstag, 31. Dezember 2016

Rezension: "Die ersten Zeitreisen" von Reinhard Heinrich und Erik Simon

Die Science Fiction-Literatur der DDR genoß großes Ansehen, geriet nach der Wende aber leider ungerechterweise großteils in Vergessenheit.


Tim E. Traveller ist ein großer Anhanger des Romans "Die Zeitmaschine" von H.G. Wells. Davon inspiriert baut er seine eigene Maschine und besucht sein Idol. Zu seinem Erschrecken stellt er fest, daß er damit das Erscheinen des ersten Bandes verhinderte und nur der zweite Band jemals existierte. (Den wir heute allgemein kennen.)
Seine Erfindung lässt sich nun nicht mehr aufhalten und das Zeitreisen gewinnt immer mehr an Bedeutung.

Gerade Archäologen und Historiker sind natürlich interessiert, bedenken aber nicht, daß sie durch diese Art der Erforschung der Vergangenheit diese anders gestalten. So stoßen sie unerwartet auf ihre eigenen Spuren.
Die Geheimnisse von Atlantis und der Terassen von Baalbek werden völlig unerwartet gelöst. Auch der Fliegende Holländer spielt eine besondere Rolle.
Und bei der Verfolgung temporaler Krimineller kommen die Zeitermittler hinter das Rätsels des Heiligen Grals.

Zeitmaschinen, die sich ihrer Umgebung anpassen kommen wir irgendwie bekannt vor ;)
Und der Humor dieser Geschichten kann sich ohne weiteres mit dem Terry Pratchets oder Douglas Adams messen und dürfte vor allem den Fans des Anhalters oder der Scheibenwelt gefallen.

Freitag, 30. Dezember 2016

Hörspiel-Rezension: 50 Jahre der Ewigkeit

Vor einiger Zeit verborgte ich die Filmtrilogie "50 Jahre der Ewigkeit" und bekam sie leider nicht zurück. Dafür legte ich mir jetzt endlich mal das Hörspiel zum ersten Teil zu.

Der Teufel schuf den Spiegel "Veritas", der jeden, der hinein sah, zum Bösen verkehrte. Als er den Spiegel Gott vorhalten wollte, ging der Spiegel verloren. Viele tausend Jahre später wird der Spiegel wiedergefunden. Eugene, ein unschuldiges Opfer, wird zum gefährlichen Mörder. Nun hat der Unsterbliche Nemis die Aufgabe, Veritas zu zerstören oder selbst hinein zu blicken.

Das Hörspiel bzw. der Film beginnt als düsterer Horrorthriller, wird aber immer mehr zum Fantasy-Märchen und hat auch mehrere Slapstickmomente. Natürlich könnte man diese etwas abenteuerliche Mischung kritisieren, wenn man wollte.
Will ich aber nicht. Ich will einfach meinen Spaß mit einer schön erzählten Geschichte haben.
Ganz klassisch der Kampf Gut gegen Böse, wobei Nemis mit seiner spitzbübischen Art wohl nicht der typische Held ist. Andererseits ist er auch ein väterlicher Freund und Begleiter der Menschheit, der auch mit der menschlichen Natur hadert.

Etwas schade ist es, daß die Rollen anders besetzt sind als im Film. Denn gerade in den nachdenklichen Sequenzen hat Robert Ampers Stimme viel Kraft und Nachdruck. Doch ich will nicht ungerecht sein, Horst Sachtleben ist zwar ein anderer, doch ebenfalls sehr überzeugender Nemis.

Eine schöne Geschichte zum Abschalten, aber genau so, um über das Gute und das Böse, das nun mal in jedem Menschen steckt, nachzudenken.

Doch wenn Nemis mit dem Tod den Reigen tanzt, ist man mit sich selbst wieder im Reinen, und Gundel muß man sowieso lieben.

Eine absolute Empfehlung für alle Robert Amper-Fans, doch auch, wer seine Filme nicht kennt und liebt, hat mit diesem Hörspiel seine Freude.

Schade nur, daß nicht auch die anderen zwei Teile als Hörspiel umgesetzt wurden.

Rezension: Asterix erobert Rom

"Asterix erobert Rom" gilt vielen Fans als der beste Asterixfilm überhaupt. Und es war der einzige Film, der nicht auf einem existierendem Comic beruhte, sondern eine komplett neue und eigene Handlung bekam. Umso größer war die Begeisterung, als das Album zum Film als neuer Asterix-Band angekündigt wurde.

Die Umsetzung war dann allerdings etwas enttäuschend. Statt eines Comics bekam man einen Kurzroman im Albumformat. Zwar war der Film recht genau wiedergegeben, dafür aber sehr trocken und kalt erzählt. Der besondere Humor ging leider völlig verloren. Lediglich die sehr schönen Zeichnungen auf den Seiten entschädigen etwas dafür.

Fazit: Eine recht nostalgische Erinnerung an den Film und ein Muß für Komplettisten. Doch wer einen angenehmen Zeitvertreib sucht, sollte sich lieber den Film anschauen.